Gräber und Grenzen

http://pileface.com/sollers/article.php3?id_article=1548&var_mode=recalcul Auch wenn der Sinnspruch „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“ fälschlicherweise Bertold Brecht zugeschrieben wird, ändert das nichts an seinem Gehalt, falls Richtigkeit zu objektiv klingt. Orte des Ge-Denkens sind unter anderem Gräber und Denkmäler, aber auch Kunstwerke, die die physische Existenz des Künstlers überdauern. Ob Marcel Duchamp …

Van Gogh konnte gar nicht malen!

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin nicht dieser Ansicht, aber ich finde den Gedanken interessant. Die Wissenschaften haben definierte Standards für die Auseinandersetzung mit ihren unterschiedlichen Forschungsobjekten. Die Kunst hat das nicht, es gibt keine verwertbaren Kriterien für „gute“ oder „schlechte“ Kunst. Wenn man vom Preis für Kunstwerke ausgeht, hat man zwar eine …

Blind

Pieter Brueghel d. Ältere: "The Parable of the Blind Leading the Blind", ( dt.: Der Blindensturz), 1568, Museo Nazionale de Capodimonte, Neapel Dieses Bild von Pieter Bruegel dem Älteren ist mir im Laufe meines Kunststudiums begegnet, ohne dass ich allzuviel damit anfangen konnte. Gut, ein Bild auf dem nacheinander Menschen zu Fall kommen, weil sie …

Eine Fahrt ins Blaue

IKB 67, 1959 Yves Klein ist vor allem für seine einfarbigen blauen Bilder bekannt. Man kann, nach­vollziehbar, die Frage stellen, was das soll, bisweilen ergänzt durch den Nachsatz, das könne man auch selber machen.  Ja – hat man aber nicht! Es gibt immer mal wieder Künstler, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine eigentlich sehr einfach …

Zettel

„Leaving the note that she hoped would say more”, Beatles, She’s leaving home Mein erster Zettel: Taschen­buchcover 1964, gelesen 1973 in der Sonne. Immer wieder juckt mich mal der Schreib­finger. In einigen sozialen Medien habe ich nicht nur interessante Menschen kennen gelernt, sondern auch vieles gelesen, was mich sehr bewegt hat und einiges, wo ich …

Pan

Arnold Böcklin: Pan im Schilf, 1858. Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek, München. Es war eine unerwartete Begegnung für mich, eine Offenbarung, noch relativ früh in meinem Leben mit der Kunst, beim Schlendern durch die Neue Pinakothek in München. Es geht um ein Werk des Schweizers Arnold Böcklin, der wie viele andere in Italien Lebens- und …

Licht und Schatten

Ein Bild, das schon recht lange zu meinen Lieblingsbildern gehört. Warum? Darüber habe ich mir zunächst keine Gedanken gemacht. Max Liebermann, Münchner Biergarten, 1884, Neue Pinakothek, München. Wegen des Zusammenspiels von Licht und Schatten vielleicht, Verschiedenes, das eine Einheit bildet, in der Sprache über die Kunst ein Kontrast, hell-dunkel, ganz deutlich, auch in den Kleidungsstücken. …

Die Kuh lacht, andere weinen

„La vache qui rit“, die Vorlage für meinen Blognamen Monsieurquirit, ist eine Käsemarke aus dem französischen Lons-le Saunier. Das Bild der Kuh, die lacht, habe ich in meinen Header eigearbeitet. Der Ort Lons, ein langweiliger Flecken in der Provinz, ein idyllischer Campingplatz mit einem lausigen Restaurant. Aber Sitz einer ausgesprochen bekannten Firma. Startseite der deutschen …

Der Tod und die Zeit davor (2) – Ars Longa Vita Brevis

Einige Bilder des niederländischen Barocks haben als Vanitas-Stillleben die Vergänglichkeit alles Irdischen zum Thema. Die Deutung der jeweiligen Symbole überlasse ich dem Erklärungseifer von Kunstlehrern, die meisten sprechen für sich und dürften bekannt sein. Pieter Claez, Vanitas-Stillleben mit Selbstbildnis, ca. 1628. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Obwohl alle Symbole die Flüchtigkeit von weltlichem Besitz und Streben aufzeigen, …